Chemnitz verabschiedet sich von den Tatras
Am 19. Oktober 2025 fanden in Chemnitz Sonderfahrten mit den letzten Tatra-Straßenbahnen im Netz der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) statt, bei denen die historischen T3D‑M‑Züge noch einmal für Fahrgäste eingesetzt wurden.
Die Sonderfahrten liefen am Vormittag und Nachmittag zwischen Hauptbahnhof und Altchemnitz im Pendelbetrieb; die verbliebenen betriebsfähigen Doppelzüge waren stark besucht und boten vielen Fahrgästen und Enthusiasten die letzte Gelegenheit, das typische Fahrgefühl und den Klang der Tatras zu erleben.
Ein Teil der Tatra‑Tradition soll jedoch erhalten bleiben: Berichten und Bestandslisten zufolge existiert eine orange lackierte Tatra im Chemnitzer Fahrzeugbestand, und es ist vorgesehen, einzelne Fahrzeuge weiterhin als Arbeitswagen beziehungsweise für Winterdienste zu verwenden. Vor diesem Hintergrund bleibt nach den verfügbaren Informationen mindestens eine orange lackierte Bahn im Einsatzbestand, eingesetzt als Werkstatt- bzw. Räumfahrzeug; konkrete Entscheidungen über Kauf, Museum oder Verschrottung anderer Einheiten lagen zum Zeitpunkt der Berichte noch offen.
Mit dem Abschluss dieser Abschiedsfahrten endete die Nutzung der Tatra‑Züge im regulären Linienverkehr der CVAG: Die Fahrzeuge wurden aus dem aktiven Dienst genommen, da die Ersatzteilversorgung schwierig und ein weiterer wirtschaftlicher Einsatz nicht darstellbar war. Über den weiteren Verbleib der ausgemusterten Wagen wurden verschiedene Optionen geprüft – von musealer Übernahme über Verkauf bis hin zur Verschrottung.
Die Abschiedsfahrt am 19. Oktober 2025 markiert damit das Ende einer über drei Jahrzehnte andauernden Epoche im Chemnitzer Straßenbahnnetz, zugleich aber auch den Beginn einer neuen Phase, in der moderne Niederflurfahrzeuge das Stadtbild bestimmen und historische Wagen vor allem in Museen oder als Sonder- und Arbeitsfahrzeuge erhalten bleiben sollen.